Audi Formel 1 ist seit der Saison 2026 nicht mehr nur ein angekündigtes Projekt: Das Audi Revolut F1 Team fährt mit eigenem Auto, eigener Power Unit und einer Führung um Mattia Binotto. Nach 14 von 22 Rennen standen im September 2026 17 Punkte und Rang acht der Konstrukteurs-WM zu Buche. Für den Hersteller ist das erste Jahr damit vor allem ein Aufbaujahr – mit einem klaren Ziel: Bis 2030 soll Audi um die Weltmeisterschaft kämpfen.
Vom Sauber-Kauf zum Audi Revolut F1 Team
Die Entscheidung fiel im August 2022, als Audi den Einstieg in die Formel 1 ankündigte. Der Weg führte über Sauber: Im Januar 2025 schloss die Audi AG die vollständige Übernahme der Sauber Holding AG ab. Zuvor hatte die Marke nur einen Minderheitsanteil gehalten; der Plan von 2022 hatte zunächst eine Übernahme von 75 Prozent vorgesehen.
Seit der Saison 2026 tritt der Rennstall als Audi Revolut F1 Team an. Revolut ist Titelsponsor. Der geschätzte Kaufpreis für die vollständige Sauber-Gruppe lag bei rund 600 Millionen Euro. Mit dem Eigentümerwechsel verbindet Audi erstmals seit dem Porsche-Engagement des VW-Konzerns in den 1990er-Jahren wieder ein Formel-1-Projekt mit einem eigenen Motorwerksteam.
Der Rennbetrieb verteilt sich auf drei Standorte. In Hinwil in der Schweiz entsteht das Chassis, in Neuburg an der Donau entwickelt Audi die Power Unit, und in Bicester in Großbritannien sitzt ein Technikzentrum. So treffen Fahrwerk, Antrieb und zusätzliche technische Kapazitäten aus drei Ländern aufeinander.
Binotto führt das Team – und bleibt für Audi der zentrale Mann
Teamchef des Audi Revolut F1 Teams ist Mattia Binotto. Der Italiener ist CEO und Team Principal; die Rolle des Team Principals übernahm er zusätzlich im März 2026. Damit führt er den Audi-Rennstall im ersten Werksteamjahr.
Binotto bringt dafür lange Formel-1-Erfahrung mit. Seine Karriere begann 1995 bei Ferrari in der Motorenabteilung. Dort wurde er 2016 Technischer Direktor und 2019 Teamchef, ehe er 2024 zu Audi/Sauber wechselte. Als Ingenieur arbeitete er bei Ferrari an Michael Schumachers Dominanz in den frühen 2000er-Jahren mit.
| Funktion | Person | Aufgabe im Audi-Projekt |
|---|---|---|
| CEO und Team Principal | Mattia Binotto | Leitung des Audi Revolut F1 Teams |
| CTO | Stefan Dreyer | Technische Entwicklung der Power Unit in Neuburg |
| Racing Director | Allan McNish | Am 24. April 2026 ernannt |
| Technical Director | James Key | Technische Leitung des Teams |
Die Aufteilung zeigt, wie breit Audi die Verantwortung organisiert. Dreyer ist seit Mai 2025 Sprecher der Geschäftsführung der Audi Formula Racing GmbH in Neuburg. McNish, dreimaliger Le-Mans-Sieger, kam am 24. April 2026 als Racing Director hinzu. James Key verantwortet als Technical Director die technische Seite des Rennteams.
Hülkenberg und Bortoleto: Erfahrung trifft Nachwuchs
Bei den Fahrern setzt Audi auf zwei deutlich unterschiedliche Profile. Nico Hülkenberg fährt mit der Startnummer 27. Der 38-jährige Deutsche hat Erfahrung aus mehr als 200 Formel-1-Rennen und ist damit der routinierte Teil der Paarung.
Auf der anderen Seite steht Gabriel Bortoleto aus Brasilien mit der Startnummer 5. Der Nachwuchspilot besitzt einen langfristigen Vertrag bei Audi; die genaue Laufzeit ist nicht öffentlich. Die Kombination aus Hülkenbergs Erfahrung und Bortoletos Entwicklungsperspektive prägt den sportlichen Aufbau des Teams.
Für ein neues Werksteam ist diese Rollenverteilung greifbar: Während der erfahrene Fahrer Rennpraxis aus mehr als 200 Einsätzen einbringt, bindet Audi mit Bortoleto einen jungen Piloten langfristig. Beide fahren bereits im ersten Audi-Jahr nicht für ein Kundenteam, sondern für den Rennstall der Marke selbst.
Der Audi R26 verbindet Neuburg mit Hinwil
Das Formel-1-Auto von Audi heißt R26. Sein Monocoque besteht aus hochfester Kohlefaser, das Mindestgewicht liegt bei 770 Kilogramm. Mit 3,40 Metern Radstand ist der Wagen rund 200 Millimeter kürzer als die Vorgängergeneration; mit 1,90 Metern Breite zudem 100 Millimeter schmaler.
Im R26 arbeiten Chassis aus Hinwil und Antrieb aus Neuburg zusammen. Die Audi Formula Racing GmbH, kurz AFR, wurde speziell für das Formel-1-Projekt gegründet. Sie entwickelt und baut die komplette Hybrid-Power-Unit einschließlich Getriebe. Stefan Dreyer verantwortet diese technische Entwicklung als CTO.
| Bauteil oder Maß | Angabe zum Audi R26 |
|---|---|
| Monocoque | Hochfeste Kohlefaser |
| Mindestgewicht | 770 Kilogramm |
| Radstand | 3,40 Meter |
| Breite | 1,90 Meter |
| Aerodynamik | Verstellbare Front- und Heckflügel |
Die aktive Aerodynamik ist dabei ein sichtbares Merkmal der neuen Fahrzeuggeneration. Front- und Heckflügel lassen sich während der Fahrt verstellen. Im „Corner Mode“ steht mehr Abtrieb zur Verfügung, im „Straight Mode“ sinkt der Widerstand. Das frühere DRS wurde durch dieses Active-Aero-System ersetzt.
Der eigene Audi-Motor ist der Prüfstein der neuen Regeln
Ja, Audi hat einen eigenen Motor für die Formel 1. Die Power Unit heißt AFR 26 Hybrid und kombiniert einen 1,6-Liter-V6-Turbo-Verbrennungsmotor mit einem Hybridsystem. In Neuburg an der Donau entwickelt und baut die AFR den kompletten Antrieb inklusive Getriebe.
Mit dem Einsatz 2026 wurde Audi zum Motorenhersteller in der Formel 1. Die neue Technik macht diesen Einstieg besonders anspruchsvoll. Die MGU-H, der Generator im Abgasstrom, wurde vollständig abgeschafft. Die MGU-K an der Hinterachse darf dagegen bis zu 350 kW oder 476 PS leisten – mehr als dreimal so viel wie die 120 kW der vorherigen Generation.
Der Verbrennungsmotor steuert 400 kW oder 544 PS bei. Damit verteilt sich der Antrieb ungefähr zur Hälfte auf Verbrenner und Elektromotor. Zugleich fahren alle Autos seit 2026 mit 100 Prozent nachhaltigen Advanced Sustainable Fuels, also synthetischen oder biologischen Kraftstoffen.
Beim Überholen kommt ein weiterer Baustein hinzu. Im Overtake Mode darf ein Fahrer im Überholfenster die maximale elektrische Leistung bis etwa 327 km/h einsetzen; im Normalmodus sind es etwa 290 km/h. Die neue Formel 1 verlangt Leistung aus dem V6 sowie eine präzise Abstimmung von Batterie, Rekuperation und aktiver Aerodynamik.
17 Punkte nach 14 Rennen zeigen den nüchternen Stand
Nach 14 von 22 Rennen lag Audi im September 2026 mit 17 Punkten auf Rang acht der Konstrukteurs-WM. Nico Hülkenberg hatte sieben Punkte gesammelt und stand auf Platz 15 der Fahrerwertung. Die beste Startposition und das beste Rennergebnis des R26 waren jeweils Platz acht.
Diese Zahlen ordnen das Debüt ein: Audi fährt bereits Punkte ein, ist aber noch nicht in der Spitzengruppe. Das offizielle Ziel liegt deutlich weiter vorn. Bis 2030 will der Hersteller um die Formel-1-Weltmeisterschaft kämpfen. Binotto beschreibt 2026 als Jahr des Aufbaus mit einem strukturierten Plan für Konkurrenzfähigkeit in der Formel 1.
Der Kalender zeigt, wie lang der Weg in der ersten Saison ist. Sie begann vom 6. bis 8. März 2026 in Melbourne mit dem Großen Preis von Australien. Ursprünglich waren 23 Grands Prix vorgesehen; nach den Absagen in Bahrain und Saudi-Arabien umfasst der Kalender 22 Rennen.
Was das bedeutet: Die Saison läuft bis Abu Dhabi
Für Audi zählt 2026 jeder weitere Grand Prix als Teil des Aufbaus. Der Kalender führte nach Australien vom 13. bis 15. März nach China und vom 27. bis 29. März nach Japan. Monaco stand vom 5. bis 7. Juni auf dem Programm. Neu im Kalender war der Große Preis von Spanien in Madrid vom 11. bis 13. September; Imola fiel dagegen weg.
Das Saisonfinale findet im Dezember 2026 in Abu Dhabi statt. Die genaue Startzeit hängt vom jeweiligen Rennwochenende ab und steht im offiziellen Rennkalender.
- 11.–13. September 2026: Großer Preis von Spanien in Madrid, erstmals im Kalender.
- Dezember 2026: Saisonfinale in Abu Dhabi.
- Bis 2030: Audi will um die Weltmeisterschaft kämpfen.
Bis dahin müssen die drei Standorte die Entwicklung des R26 und der AFR 26 Hybrid zusammenführen. Das erste Jahr liefert dafür eine belastbare Ausgangslage: ein eigenes Team, eine eigene Power Unit, zwei Fahrer und erste WM-Punkte.
Von der Jacke bis zum LEGO-Set: Was Fans im Shop finden
Das Audi-Programm reicht über die Rennstrecke hinaus. Im offiziellen Audi Revolut F1 Team Store unter store.audif1.com sind Teamartikel erhältlich. Die Teamkleidung entsteht in Kooperation mit adidas; die erste adidas x Audi Revolut F1 Team Frühjahr/Sommer-2026-Kollektion umfasst T-Shirts, Poloshirts, Hoodies, Jacken, Caps sowie Taschen und Schlüsselanhänger.
Jacken, Shirts, Caps und Hoodies im Audi-Design gibt es damit vor allem in der offiziellen Kollektion. Angeboten werden auch Fahrer-Shirts von Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto sowie Team-Shirts mit Logos. Neben dem Team Store führt auch der offizielle F1 Store Audi-Fanartikel.
Zum LEGO-Angebot rund um Audi gehört das Speed-Champions-Set „Audi Revolut F1 Team R26 Rennwagen“ mit der Nummer 77259. Es hat 258 Teile und ist für Kinder ab neun Jahren vorgesehen. Das Modell ist auch im offiziellen Audi F1 Store erhältlich.
Häufige Fragen
Wer ist der Teamchef von Audi in der Formel 1?
Mattia Binotto ist CEO und Team Principal des Audi Revolut F1 Teams. Die Rolle des Teamchefs übernahm er zusätzlich im März 2026.
Was macht Mattia Binotto jetzt?
Binotto führt Audi als CEO und Team Principal durch das erste Jahr des Werksteams. Zuvor war er bei Ferrari unter anderem Technischer Direktor und Teamchef.
Hat Audi einen eigenen Motor für die Formel 1?
Ja. Audi entwickelt und baut die AFR 26 Hybrid in Neuburg an der Donau. Die Power Unit besteht aus einem 1,6-Liter-V6-Turbo und einem Hybridsystem.
Wer baut die Audi Formel 1 Motoren?
Die Audi Formula Racing GmbH entwickelt und baut die komplette Power Unit inklusive Getriebe in Neuburg an der Donau. CTO Stefan Dreyer verantwortet die technische Entwicklung.
Wie viel Liter verbraucht ein Formel-1-Auto auf 100 km?
Ein Formel-1-Auto der 2026er-Generation verbraucht hochgerechnet etwa 30 Liter auf 100 Kilometer. Pro Grand Prix sind es etwa 70 Kilogramm Kraftstoff, umgerechnet rund 90 bis 95 Liter; gemessen wird in Kilogramm, weil die Dichte temperaturabhängig ist.
Wann kommt Formel 1 heute?
Die genaue Zeit hängt vom jeweiligen Grand Prix ab und steht im Rennkalender des aktuellen Wochenendes. Das Saisonfinale 2026 findet im Dezember in Abu Dhabi statt.





