Heizkosten sparen: Die Tipps, die wirklich wirken

Wer Heizkosten sparen will, setzt am besten bei der Raumtemperatur an: Jedes Grad weniger senkt den Energieverbrauch um rund sechs Prozent. Die Verbraucherzentrale empfiehlt 20 Grad im Wohnzimmer, 18 Grad im Schlafzimmer und 16 Grad in wenig genutzten Räumen. Wer dazu richtig lüftet, die Heizkörper entlüftet und das System hydraulisch abgleichen lässt, kann die Heizkosten laut Fachportal Heizsparer insgesamt um 30 bis 50 Prozent drücken.

Der Anlass, genauer hinzusehen, ist der Heizspiegel 2026. Ihn haben co2online, der Deutsche Mieterbund und der Bauherren-Schutzbund am 22. September 2026 veröffentlicht. Die Prognose: Heizen mit Öl wird 2026 um 24 Prozent teurer, mit Pellets um 17 Prozent. Nur Erdgas wird vorübergehend um 4 Prozent günstiger. Neun von zehn Haushalten könnten ihre Kosten laut co2online noch senken.

Was Heizen 2026 kostet: Zahlen aus dem Heizspiegel

Der Heizspiegel rechnet mit einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus. Für sie zeigt er große Unterschiede zwischen den Energieträgern. Die Wärmepumpe hatte 2025 die niedrigsten laufenden Kosten.

Energieträger (70 m², Mehrfamilienhaus) Kosten 2025 Prognose 2026 Veränderung
Heizöl 1.030 Euro 1.275 Euro +24 %
Erdgas 1.170 Euro 1.120 Euro –4 %
Wärmepumpe 715 Euro 735 Euro +3 %

Im Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern lagen die Kosten 2025 deutlich höher: Erdgas kostete im Schnitt 2.040 Euro, Heizöl 2.145 Euro, Holzpellets 1.415 Euro und die Wärmepumpe 1.260 Euro.

Wie viel Heizkosten pro Monat normal sind, lässt sich daraus grob ableiten. Bei der Gas-Prognose von 1.120 Euro für 2026 entfallen auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung rechnerisch gut 93 Euro im Monat. Mit Heizöl wären es rund 106 Euro, mit Wärmepumpe gut 61 Euro. Wer deutlich darüber liegt, hat meist Sparpotenzial.

Langfristig rechnet co2online mit steigenden Kosten für fossile Heizungen. Bis 2045 könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen mehr als verdoppeln, während Wärmepumpen dauerhaft die niedrigsten laufenden Kosten behalten.

Die richtige Temperatur für jeden Raum

Nicht jeder Raum braucht dieselbe Wärme. Die Empfehlungen der Verbraucherzentrale und von Heizsparer lassen sich in eine einfache Übersicht fassen:

Raum Empfohlene Temperatur Thermostatstufe
Wohnzimmer 20 Grad Stufe 3
Schlafzimmer 16 bis 18 Grad Stufe 2 bis 2,5
Küche 17 Grad Stufe 2
Bad (bei Nutzung) 20 bis 22 Grad Stufe 3 bis 4
Wenig genutzte Räume 16 Grad Stufe 2

In der Küche reichen 17 Grad oft aus, weil Herd und Kühlschrank Abwärme liefern. Im Schlafzimmer gelten 16 bis 17 Grad als sparsamer Richtwert, solange die Raumluft trocken bleibt. Immer mehr Fachleute halten in Wohnräumen sogar 18 Grad für ausreichend.

Auch für die Mindesttemperatur gibt es eine klare Empfehlung: Unter 16 Grad sollte kein Raum fallen. Sonst kondensiert die Luftfeuchtigkeit an kalten Außenwänden, und Schimmel droht. Sinkt die Temperatur unter 12 Grad, dauert das Wiederaufheizen zudem unverhältnismäßig lange.

Türen zu kühleren Räumen sollten geschlossen bleiben. Sonst kühlen warme Zimmer aus, und kalte Räume werden unnötig mitgeheizt, was das Schimmelrisiko erhöht.

Thermostat-Stufen: Auf welcher Stufe die Heizung am sparsamsten ist

Viele Menschen halten die Zahlen auf dem Thermostatkopf für eine Art Leistungsregler. Tatsächlich steht jede Stufe für eine Zieltemperatur im Raum. Laut Verbraucherzentrale gilt diese Zuordnung:

  1. Stufe 1: etwa 12 Grad
  2. Stufe 2: etwa 16 Grad
  3. Stufe 3: etwa 20 Grad
  4. Stufe 4: etwa 24 Grad
  5. Stufe 5: etwa 28 Grad

Am sparsamsten ist deshalb die niedrigste Stufe, die den Raum noch angenehm warm hält. Wer im Wohnzimmer von Stufe 4 auf Stufe 3 dreht, senkt die Zieltemperatur um rund 4 Grad. Bei sechs Prozent pro Grad ergibt das rechnerisch eine Ersparnis von rund 24 Prozent für diesen Raum.

Programmierbare und smarte Thermostate

Einfache programmierbare Thermostate kosten ab etwa 15 Euro, vernetzte Smart-Home-Modelle ab 30 bis 50 Euro pro Stück (Stand 2026). Sie senken die Temperatur nachts oder bei Abwesenheit automatisch, steuern minutengenau nach Zeitplan und erkennen offene Fenster.

Hersteller werben mit durchschnittlich 30 Prozent Ersparnis. Realistisch sind je nach Ausgangslage 10 bis 20 Prozent. Für programmierbare Thermostate nennen Ratgeber 10 bis 15 Prozent.

Heizung durchlaufen lassen oder ausschalten?

Ob es günstiger ist, die Heizung den ganzen Tag laufen zu lassen, gehört zu den häufigsten Fragen. Die Antwort liegt dazwischen: Komplett abschalten lohnt sich nicht, weil das Aufheizen ausgekühlter Räume mehr Energie verbraucht als das Halten einer Grundwärme. Dauerhaft auf voller Temperatur zu heizen, ist aber ebenso unnötig.

Nachts empfehlen Fachleute, auf etwa 16 bis 17 Grad abzusenken. Das verhindert Auskühlung und Schimmel. Die Ersparnis durch die Nachtabsenkung liegt realistisch bei 5 bis 10 Prozent. Bei kurzer Abwesenheit rät das Umweltbundesamt zu etwa 15 Grad. Bei längerer Abwesenheit darf es etwas kühler sein, Frostschäden müssen aber ausgeschlossen bleiben.

Richtig lüften: Stoßlüften statt Kippfenster

In einem Vier-Personen-Haushalt verdunsten täglich rund zehn Liter Wasser. Diese Feuchtigkeit muss hinaus, sonst bildet sich Schimmel. Wie gelüftet wird, entscheidet aber über den Wärmeverlust.

  1. Fenster zwei- bis dreimal täglich weit öffnen, jeweils fünf bis zehn Minuten.
  2. Wenn möglich gegenüberliegende Fenster öffnen, damit Durchzug entsteht.
  3. Thermostate während des Lüftens herunterdrehen. Elektronische Modelle erledigen das automatisch.
  4. Nachts Fenster geschlossen halten und Rollläden herunterlassen.

Dauerhaft gekippte Fenster sind dagegen teuer. Bis die ausgekühlte Luft wieder durch warme ersetzt ist, kann es bis zu 75 Minuten dauern. Die Wände kühlen in dieser Zeit aus, was ebenfalls Schimmel fördert.

Heizkörper entlüften und hydraulischen Abgleich machen lassen

Gluckern die Heizkörper oder werden sie nur teilweise warm, ist meist Luft im System. Entlüften sollte man einmal jährlich, am besten vor Beginn der Heizperiode. Der Ablauf: Heizung abstellen, Entlüftungsventil mit dem Spezialschlüssel öffnen, warten, bis statt Luft Wasser austritt, Ventil schließen, Heizung wieder einschalten. Vorher sollte der Anlagendruck geprüft und danach bei Bedarf Wasser nachgefüllt werden. In Mehrfamilienhäusern ist vorher die Hausverwaltung zu fragen.

Mehr bringt der hydraulische Abgleich. Dabei stellt ein Fachbetrieb ein, wie viel Heizwasser jeder Heizkörper bekommt. Laut ADAC senkt das die Heizkosten je nach Ausgangszustand um 5 bis 15 Prozent. Die Umwälzpumpe braucht danach bis zu 50 Prozent weniger Strom. Für ein Einfamilienhaus kostet der Abgleich rund 400 bis 500 Euro, mit neuen Ventilen oder neuer Pumpe auch mehr.

Auch die alte Heizungspumpe ist ein Kostenfaktor. Nassläuferpumpen mit Baujahr vor 2010 verbrauchen oft 400 bis 600 Kilowattstunden Strom im Jahr, moderne Hocheffizienzpumpen nur 50 bis 100. Der Austausch spart 100 bis 150 Euro jährlich.

Heizkosten sparen in Mietwohnung und Altbau, mit Gas- und Fußbodenheizung

Mietwohnung

Mieter haben weniger Hebel, aber einige wirken sofort. Heizkörper sollten nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt sein, damit die warme Luft zirkulieren kann. Programmierbare Thermostate ab etwa 15 Euro lassen sich ohne Handwerker selbst anbringen. Für die jährliche Wartung ist der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft zuständig.

Gegen Zugluft helfen selbstklebende Dichtungsbänder für Fenster aus dem Baumarkt. Unter Türen stoppen Bürstendichtungen oder einfache Zugluftstopper den Kaltluftstrom.

Altbau

Im Altbau sind Rollladenkästen und Heizkörpernischen die größten Schwachstellen. Weiche Dämmmatten für die Kästen und alubeschichtete Matten für die Nischen kosten wenig und senken den Wärmeverlust deutlich. Heizungsrohre in ungedämmten Kellern müssen laut Paragraf 69 des Gebäudemodernisierungsgesetzes ohnehin gedämmt sein, soweit sie zugänglich sind. Der hydraulische Abgleich wirkt hier besonders, weil alte Rohrnetze oft ungleich verteilen: Heizkörper nahe der Pumpe werden zu heiß, entfernte bleiben lauwarm.

Gasheizung

Bei der Gasheizung bringt die Nachtabsenkung der Vorlauftemperatur um 5 bis 10 Grad eine Ersparnis von 5 bis 10 Prozent. Moderne Anlagen erledigen das automatisch. Die jährliche Wartung spart bis zu fünf Prozent, weil Verschleißteile getauscht und die Einstellung optimiert werden.

Fußbodenheizung

Bei der Fußbodenheizung kommt es auf die Vorlauftemperatur an. Sie liegt typischerweise bei 28 bis 35 Grad, bei Heizkörpern dagegen bei 55 bis 75 Grad. Richtig eingestellt spart eine Fußbodenheizung 10 bis 20 Prozent. Eine Nachtabsenkung um 3 bis 5 Grad ist auch hier sinnvoll. Dicke Teppiche bremsen die Wärme. Verlegt werden sollten nur Teppiche, die für Fußbodenheizung geeignet sind.

Der finnische Trick: Was die Salzwasserflasche verspricht

In sozialen Netzwerken kursiert ein Hausmittel aus Finnland. Eine stabile Glasflasche oder hitzebeständige Kunststoffflasche wird zu drei Vierteln mit Wasser und grobem Salz gefüllt, fest verschlossen und auf den Heizkörper gestellt. Das Salzwasser soll die Wärme speichern und nach dem Abschalten der Heizung langsamer abgeben.

Verbreitet wird die Methode mit dem Versprechen von bis zu 15 Prozent Einsparung. Die Zahl stammt nicht von der Verbraucherzentrale oder aus dem Heizspiegel. Die bewährten Maßnahmen wie Temperatur, Lüften und Abgleich haben deutlich mehr Gewicht.

Was das für den Winter 2026/27 bedeutet

Jeder einzelne Tipp bringt für sich nur wenige Prozent. In der Summe wird daraus viel Geld: Die Kombination aus richtiger Raumtemperatur, Stoßlüften, hydraulischem Abgleich, programmierbaren Thermostaten und Abdichtung kann die Heizkosten um 30 bis 50 Prozent senken. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit Ölheizung und prognostizierten 1.275 Euro im Jahr 2026 wären das rechnerisch rund 380 bis 640 Euro.

Besonders Ölkunden spüren 2026 den Druck, mit dem Anstieg um 24 Prozent. Gaskunden profitieren zwar kurzfristig vom Rückgang um 4 Prozent. Die Langfristprognose von co2online bis 2045 spricht aber dafür, Sparmaßnahmen nicht aufzuschieben.

Häufige Fragen

Wie spare ich am meisten Heizkosten?

Am meisten bringt die Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart rund sechs Prozent. Dazu kommen der hydraulische Abgleich mit 5 bis 15 Prozent und programmierbare Thermostate mit 10 bis 15 Prozent.

Wie viel Heizkosten pro Monat sind normal?

Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit Gasheizung prognostiziert der Heizspiegel 2026 rund 1.120 Euro im Jahr, also gut 93 Euro im Monat. Mit Öl sind es etwa 106 Euro, mit Wärmepumpe gut 61 Euro.

Ist es günstiger, die Heizung den ganzen Tag laufen zu lassen?

Komplett abschalten lohnt sich nicht, weil das Wiederaufheizen mehr Energie kostet. Sinnvoll ist eine Absenkung auf 16 bis 17 Grad in der Nacht, die 5 bis 10 Prozent spart.

Auf welcher Stufe ist die Heizung am sparsamsten?

Auf der niedrigsten Stufe, die noch ausreicht. Stufe 3 entspricht etwa 20 Grad und gilt als Standard im Wohnzimmer, Stufe 2 mit etwa 16 Grad reicht für wenig genutzte Räume.

Wie viel Grad sollte man mindestens heizen?

Kein Raum sollte unter 16 Grad fallen, da sonst Feuchtigkeit an kalten Wänden kondensiert und Schimmel droht. Bei kurzer Abwesenheit nennt das Umweltbundesamt etwa 15 Grad.

Soll man die Heizung immer anlassen?

Ja, aber gedrosselt. Eine Grundwärme verhindert das Auskühlen von Wänden und spart gegenüber dem kompletten Abschalten Energie beim Wiederaufheizen.